Wechseln des Steuerkettenspanner

Hier beschreibe ich das wechseln des Steuerkettenspanners an eine Zephyr 750.

Benötigte Teile:

Steuerkettenspanner

Feder für Spanner

Feder für Stopper

Dichtung für Spannergehäuse

Dichtungsring für Abdeckkappe

(Alles in allem etwa 35 Euro bei Kawasaki oder Uwe im Zephyrdepot)

Werkzeugliste:

Drehmomentschlüssel bis 30 Nm

Kreuzschlitzschraubendreher

Stecknussen 10, 17 mm

kleine Ratsche und kurze Verlängerung

kleines Küchenmesser oder Dichtungsschaber

In vielen Reparaturanleitungen wird empfohlen nur den Anlasserdeckel abzunehmen um leichter an den Spanner ran zukommen. Ich bevorzuge die Vergaser auszubauen, denn dadurch hat man richtig Platz zum schrauben und vor allem kann man auf diese Weise die Dichtungsreste am Zylinder vernünftig entfernen. Wer diese Arbeit schon mal bei eingebauten Vergasern gemacht hat weiß wovon ich rede. Sicher mach ich mir mehr Arbeit, aber man kann mit dieser Methode gleich den Motor oben sauber machen, die Motorentlüftung reinigen, gescheite Hupen einbauen und eventuellen Dreck aus den Schwimmerkammern putzen. Deshalb beschreibe ich hier auch den Ausbau der Vergaser.

Zuerst wir das Motorrad auf den Hauptständer gestellt und der Notausschalter auf Off gestellt.Dadurch wird verhindert dass der Anlasser versehentlich betätigt wird. Dann entfernt man Sitzbank, Seitenverkleidungen und den Tank. Hierzu die Schläuche (Krafftstoff, Unterdruck, Überlauf und Wasserablauf) am Tank abnehmen sowie die Kabelverbindung der Tankanzeige trennen. Dann die beiden Befestigungsschrauben des Tanks rausdrehen und entfernen. Danach den Tank abnehmen und irgendwo so ablegen dass keiner drauf tritt oder ihn herunter schmeißen kann. Den Tank am besten auf zwei Kanthölzern lagern damit der Benzinhahn frei bleibt. Jetzt sollte das Bike so aussehen:

Als nächstes wird der Luftfilter samt Kasten ausgebaut. Bei der Zephyr 750 müssen hierzu die 2 vorderen Kreuzschlitzschrauben die den oberen Deckel halten herausgedreht werden. Dann kann der obere Deckel abgenommen werden. Danach das Gehäuse entfernen. Dieses ist mit einer Schraube befestigt und unten in einer Nase gelagert. Die Schraube erreicht man in dem man mit einem Schraubendreher durch die mittlere Bohrung der Tankbefestigung greift.

Jetzt werden die Federn an den Ansauggummis in Richtung Ansaugkasten zurückgerollt. Anschließend werden die 4 Schlauchklemmen an den vorderen Ansaugstutzen gelöst. Danach werden die Moosgummistreifen zwischen dem Kasten und dem Motorradrahmen entfernt.

Wenn die Moosgummistreifen entfernt hat kann der Kasten nach hinten gezogen und anschließend die Vergaser von den vorderen Ansaugstutzen gezogen werden.

Jetzt können die Vergaser nach rechts aus dem Motorrad gezogen werden. Achtet auf den Kupplungszug. Der liegt manchmal so geschickt dass er sich zwischen den Vergasern befindet. Da kann man an den Vergasern ziehen wie man will, raus bekommt man sie nicht. Wenn die Vergaser draußen sind, einfach an den Zügen hängen lassen. Ihr könnt natürlich auch die Züge aushängen und die Vergaserbatterie beiseite legen. Wie auch immer, jetzt sollte das Motorrad so aussehen:

Jetzt schraubt ihr die Verschlußkappe vom Steuerkettenspanner ab und entnehmt den Stopper samt Feder aus dem Gehäuse. Achtung, Notausschalter auf OFF? Wer jetzt den Motoranlasser betätigt riskiert einen Motorschaden!

Nachdem der Stopper entfernt wurde werden jetzt die zwei Schrauben die das Gehäuse am Zylinder halten entfernt. Aufgepasst, die obere Schraube ist länger und hat eine Dichtung die aussieht wie eine Unterlegscheibe. Diese Schraube wird dort wieder eingesetzt. Wer hat nimmt eine neue Dichtung, die alte tut´s aber auch.

Anschließend das Gehäuse vom Zylinderblock abnehmen und die Halteschraube entfernen.

So dürfte auch euer Spannerkopf aussehen:

Durch diese Abnutzung entsteht das typische "Zephyrklappern" der Steuerkette.

Jetzt nimmt man den Spanner aus dem Gehäuse und entfernt zunächst die alten Dichtungsreste am Gehäuse und am Zylinderblock. Ich nehme dazu ein altes Küchenmesser. Bitte nicht wie wild auf den Dichtflächen rumkratzen, diese sind aus Aluminium und entsprechend schnell verkratzt. Nun setzt den neuen Spanner mit einer neuen Feder ein, sichert ihn mit der Halteschraube welche sauber in der Nut im Spanner sitzen muß. Legt eine neue Dichtung auf das Gehäuse und baut es wieder an den Zylinder dran.

Anschließend wird der Stopper eingestzt. Achtet darauf dass er richtig auf dem Spanner sitzt. Die schrägen Flächen von Spanner und Stopper müssen aufeinander passen. Dann eine neue Feder für den Stopper einsetzen und das ganze mit der Abdeckkappe welche im Idealfall eine neue Dichtung erhält verschließen.

Anzugsmomente:

Halteschraube für Spanner:    9,8 Nm

Schrauben Spannergehäuse:   9,8 Nm

Abdeckkappe:                       26 Nm

Fertig. Nun alles wieder in umgekehrter Reihenfolge zusammen bauen. Vergaser einbauen, Luftfilter und Gehäuse einsetzen, Tank montieren, Seitendeckel und Sitzbank drauf.

Von nun an klappert die Zephyr nicht mehr so wild. Was ihr von nun an noch hört ist eure Primärkette welche den Motor mit dem Getriebe verbindet. Aber das ist eine andere Geschichte die vielleicht auch hier mal beschrieben wird. Wer noch Fragen hat, kann die im Forum stellen.

Ich weisse daraufhin dass jeder für sein Handeln selbst verantwortlich ist! Dies soll nur eine kleine Hilfe sein. Wer sich nicht sicher ist oder sich nicht an so eine Reparatur traut soll besser in eine Fachwerkstatt gehen!!!

Robert Ott, 9.11.2008

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